Den Prostatakrebs aushungern
Forscher tricksen Krebszellen aus
Prostatakrebs ist die häufigste Krebsform beim Mann. Um der Erkrankung Herr zu werden, entfernen Ärzte meist die Prostata oder bestrahlen den Tumor. Doch die gängigen Therapien haben Nebenwirkungen: Betroffene kämpfen nach der Behandlung häufig mit Inkontinenz oder Potenzproblemen. Australische Wissenschaftler verfolgen nun einen neuen Therapieansatz. Sie wollen die Tumorzellen aushungern.
Krebszellen sind hungrig
Krebszellen sind eigentlich ganz normale Körperzellen. Von gesunden Zellen unterscheidet sie allerdings eine wichtige Eigenschaft: Sie wachsen viel schneller. Deshalb sind die Krebszellen auch so gefährlich. Sie setzen sich gegen die gesunden Zellen durch und überwuchern diese.
Um sich schnell teilen zu können, brauchen Tumorzellen entsprechend viel „Nahrung“. Einer der Bausteine, der für das Zellwachstum essentiell ist, nennt sich Leucin. Die Aminosäure gelangt über ein so genanntes Transportereiweiß in die Zelle.
Die „Nahrungsaufnahme“ der Zellen blockieren
Das Team um Jeff Holst fand jetzt heraus, dass bei Prostatakrebszellen mehr von diesen Transportern in der Zellmembran sitzen als bei gesunden Prostatazellen. So können die Krebszellen mehr Leucin aufnehmen und schneller wachsen. Dies ist auch eine Erklärung dafür, dass eine Ernährung mit viel Fleisch und Milch das Risiko für Prostatakrebs erhöht. Denn die Lebensmittel enthalten viel Leucin.
Die Forscher wollen nun Wege finden, den Leucin-Transporter auszuschalten, um so die Krebszellen auszuhungern. Im Laborversuch gelang es ihnen bereits, das Wachstum der Prostatakrebszellen um die Hälfte zu verlangsamen. Neue Medikamente sollen das in Zukunft auch in der Praxis ermöglichen. Die Forscher hoffen, dass die operative Entfernung der Prostata dann nicht mehr nötig sein wird.
Pollenflug
Vorhersage für Mittelgebirgsbereich Rheinland-Pfalz
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